Die meisten sozialen Netzwerke sezten sich aus Gruppen und Gruppenverbänden zusammen. Die Verbindung von Gruppen ist eine empfindliche Nahtstelle und nicht selten mit Konflikten belegt. Gruppen neigen dazu, sich von anderen Gruppen und/oder Systemen abzugrenzen. Eine Vernetzung von Gruppen ist daher an ein Management der jeweiligen Gruppengrenzen geknüpft. Gleichzeitig ist die Koppelung von Gruppen Voraussetzung für Kooperation in größeren sozialen Gebilden. Intergruppenprozesse zeichnen sich durch direkte Kommunikation aus. Diese ist an eine begrenzte Anzahl von Personen gebunden. Größere soziale Gebilde zerfallen daher in Untergruppen. Diese Untergruppen müssen, sofern sie etwas miteinander zu tun haben wollen oder müssen, aneinander gekoppelt werden. Diese Koppelung bildet eines der Grundelemente von Organisation und/oder anderen Netzwerkformaten.

Im Seminar wird diese Situation durch das Seminardesign hergestellt, durchexerziert und reflektorisch ausgewertet. Dementsprechend ist das Seminar methodisch selbstbezüglich konzipiert. Die TeilnehmerInnen sind selbst die handelnden Personen und GestalterInnen ihrer Intergruppenprozesse. Diese Erfahrung wird durch Übungen aus dem Methodenrepertoire der Gruppendynamik ergänzt und unterstützt. Theoriehintergrund bieten Theorien über Gruppen, Gruppenbildungsprozesse und Gruppengesetzmäßigkeiten, Grundlagen der Organisationsdynamik sowie das aus der Systemtheorie stammende Modell der Autopoesis, der geschlossenen Systeme und der strukturellen Koppelungen.