Das Neue Sehen ist eine Großformel der Avantgarde der 1920er Jahre, mit der ein neues Bildverständnis und eine neue Weltwahrnehmung zeitgenössisch diagnostiziert wurde. Besonders die Fotograf*innen der Neuen Sachlichkeit - ebenfalls eine Kennzeichnung einer objekt- wie materialorientierten meist als unterkühlt bezeichneten und technikbasierten Bildästhetik - und Einzelpositionen, wie sie László und Lucia Moholy-Nagy, Marianne Brandt oder Renger-Patzsch markieren, werden zum Thema des vorgesehenen Seminars erhoben. Neben bildästhetischen Analysen werden in diesem Kontext auch die frühen medientheoretischen Schriften eines Künstlers (Moholy-Nagy), eines Kulturtheoretikers (Siegfried Giedion) oder Philosophen (Walter Benjamin) zurate gezogen. Darüber hinaus sind die öffentlichen Diskussionen zum Themenfeld ‚Malerei vs Fotografie‘ (1928-1931) und die Ausstellungspraxis bzgl. Fotografie (u.a. FiFo 1929) von wissenschaftlicher Relevanz. Das Seminar ist vorbereitend für wie begleitend von einer Kooperation mit der Columbia University NY und nimmt Bezug zur Rekonstruktion (VR) der legendären Ausstellung ‚Film und Foto’ 1929 in Stuttgart. 

An das Seminar ist ein Tutorium angeschlossen